Top Treffer für „

Kein Treffer. Bitte überprüfen Sie Ihre Suche.


Ihre Berliner Sparkasse

Finden Sie weitere Informationen bei Ihrer Sparkasse vor Ort.

Schliessen

Filesharing: Wenn Musiktausch sehr teuer wird

Im Internet gibt es fast alles, beispielsweise auch Musik, die eigentlich kostenlos heruntergeladen werden kann. Das ist jedoch nicht immer legal. Und darum zahlt, wer erwischt wird, horrende Strafen.

 Es klingt verlockend: Wer sich ein sogenanntes Filesharing-Programm aus dem Internet herunterlädt, kann von anderen Internetnutzern kostenlos Musikstücke beziehen. Die Sache hat jedoch zwei Haken:

  1. Über diese Programme kannst du nicht nur selbst Musik herunterladen, du bietest gleichzeitig die Stücke an, die du bereits auf deinem Rechner hast.
  2. Ist ein Lied urheberrechtlich geschützt, macht sich unter Umständen strafbar, wer das Lied zum Tausch anbietet.

Und da setzen die Abmahn-Anwälte an: Denn ein Musiktitel wird auf diese Weise nicht ein- oder zweimal kostenlos getauscht, sondern – zumindest theoretisch – viele Tausend Mal. Gerichte schätzen den Schaden für die Künstler pro Titel auf 150 bis 300 Euro. Und so kommt es zu den anwaltlichen Briefen, in denen 1.000 Euro Schadensersatz oder mehr verlangt werden.

Die Abgemahnten sind keine Einzelfälle. Vielmehr trifft es monatlich mehrere Tausend Bürger. Und nicht alle haben tatsächlich Musikstücke übers Internet getauscht. Schuld daran sind beispielsweise die sogenannten IP-Adressen, vielstellige Zahlenfolgen. Sie werden einem Computer zugewiesen, wenn er ins Netz geht. Allerdings werden diese IP-Adressen oft dynamisch vergeben. Das heißt: Die Nummer, die ein Computer im Netz hatte, kann ganz schnell einem anderen zugewiesen werden, wenn der erste offline geht.

Die Anwälte der Musikindustrie lassen sich von den Telekommunikationsfirmen die Anschriften der Internetnutzer geben, die zur besagten Zeit mit der notierten Nummer online waren. Das muss aufgrund der Dynamik jedoch nicht in jedem Fall derjenige sein, der Musik übers Netz getauscht hat. Dann wird der Falsche abgemahnt. Und selbst wenn der Betroffene oder dessen Kind tatsächlich über ein Filesharing-Programm Musik getauscht hat, steht die Höhe der Abmahnung oft in keiner Relation zum Rechtsverstoß. Das sehen zumindest die Verbraucherzentralen so. Darum lautet ihr Rat: Wer eine Abmahnung bekommt, sollte sofort einen Rechtsbeistand einschalten.

Weiterführende Informationen
Tauschbörsen im Internet“, eine Information des Bayerischen Staatsministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz. Auch die Verbraucherzentrale Hamburg hat Informationen für Betroffene ins Netz gestellt.

(Foto: Corbis)

Schreibe einen Kommentar