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Wenn der Headhunter während der Arbeitszeit anruft

eingestellt von Gunnar Erth am 3. Dezember 2018

In vielen Branchen werden Fachkräfte dringend gesucht. Kein Wunder, dass auch Arbeitnehmer Anrufe bekommen, die bisher gar nicht über einen Wechsel nachdachten. Aber Abwerbeanrufe während der Arbeitszeit sind nicht gern gesehen.

Brummt die Wirtschaft, ist das gut für Arbeitnehmer. Das gilt besonders in Branchen mit Fachkräftemangel. Um die passenden Mitarbeiter zu finden, setzen Unternehmen darum gerne auf Personalberater. Sie dürfen schon seit einigen Jahren nicht mehr auf dem Diensttelefon eines Mitarbeiters anrufen, um ihn abzuwerben. Im digitalen Zeitalter ist es jedoch einfach, die private Handynummer eines interessanten Kandidaten in einem Business-Netzwerk wie LinkedIn oder Xing zu finden.

Doch auch Anrufe auf den Privathandys sind jetzt nicht mehr unproblematisch. Das Oberlandesgericht Frankfurt hat nämlich die Regeln für die Kontaktaufnahme per Diensttelefon jetzt auch auf die privaten Anschlüsse übertragen (Az. 6 U 51/18). Das bedeutet: keine Abwerbegespräche mehr während der Arbeitszeit.

Sieben Anrufe in fünf Tagen

Hintergrund war eine Klage eines Arbeitgebers. Einer seiner Mitarbeiter war in fünf Tagen sieben Mal von einem Headhunter während der Arbeitszeit angerufen worden. Das störe die Betriebsabläufe, argumentierte das Oberlandesgericht. Somit sind Anrufe eines Headhunters während der Arbeitszeit jetzt unabhängig vom Telefon nicht mehr erlaubt. Es darf lediglich ganz schnell ein Termin für ein späteres Gespräch ausgemacht werden.

Was Sie wissen sollten:

  • Wundern Sie sich nicht, wenn sich ein Headhunter mit der Frage meldet: „Sind Sie bei der Arbeit?“ Denn dann darf er nur ganz kurz mit Ihnen sprechen.
  • Sollte ein Personalberater darauf keine Rücksicht nehmen, sollten Sie von sich aus um ein Gespräch zu einem späteren Zeitpunkt bitten. Schließlich wollen Sie Ihren Arbeitgeber nicht gegen sich aufbringen.
  • Schlagen Sie einen Zeitpunkt vor, zu dem Sie ganz sicher nicht mehr bei der Arbeit sind. Sinnvollerweise sollten Sie aber auch nicht mehr mit dem Auto oder der Bahn auf dem Heimweg sein, denn da können Sie sich nicht so auf das Gespräch konzentrieren, wie Sie sollten.
  • Nehmen Sie eventuell Gleitzeitregelungen in Anspruch oder bauen Sie Überstunden ab, um in Ruhe mit dem Headhunter von zu Hause aus telefonieren zu können. Es geht schließlich um Ihre Zukunft.