Ein guter Schreibstil zahlt sich aus

Wer einen Text für die Schule oder die Uni abliefern soll, konzentriert sich zuerst auf den Inhalt. Die Arbeit soll ja fachlich richtig sein. Die sprachliche Verständlichkeit bleibt häufig auf der Strecke.

Es lohnt sich, über die möglichen Gründe für diesen Mangel nachzudenken:

  • Die Arbeit wird auf dem letzten Drücker fertiggestellt. Für einen sprachlichen Feinschliff plant der Autor keine Zeit ein.
  • Der Autor hat keine klare These. Er weiß selbst nicht so recht, was er sagen will. Entsprechend formuliert er bewusst oder unbewusst schwammig.
  • Bei der Recherche zum Thema muss sich der Autor durch wissenschaftliche und unverständliche Literatur quälen. Diese zu verstehen ist schon nicht einfach; sie in eine „Normalsprache“ zu übersetzen bedeutet zusätzlichen Aufwand.
  • Der Autor selbst will „wissenschaftlich“ wirken und formuliert deshalb kompliziert.

 

Der Korrektor, der die Arbeit lesen muss, freut sich, wenn er deinen Gedanken leicht folgen kann. Muss er stattdessen Schwerstarbeit leisten, um deinen Text zu verstehen, mindert das nicht nur seine Laune. Unter Umständen kostet es dich auch wertvolle Punkte.

Gute Texte fallen nicht vom Himmel. Doch man kann eine Menge lernen. Hier findest du ein paar Tipps für verständliches Schreiben:

  • Vermeide den Nominalstil. Also statt: „Die Abgabe des Formulars durch den Antragsteller ist die Bedingung für die Einleitung des Bearbeitungsprozesses in der Behörde.“ besser: „Damit die Behörde mit der Bearbeitung beginnen kann, muss der Antragsteller das Formular abgegeben haben.“
  • Formuliere im Aktiv statt im Passiv. Also statt: „Bei der Untersuchung wurde ermittelt, dass …“ besser: „Bei der Untersuchung kam heraus, dass …“
  • Vermeide verschachtelte Nebensätze. Also statt: Das Auto – gestern waren die Unfallspuren noch sichtbar – wurde inzwischen instandgesetzt.“ besser: „Das Auto, bei dem die Unfallspuren gestern noch sichtbar waren, wurde inzwischen instandgesetzt.“ Noch leichter lesbar wäre die Auflösung in zwei Sätze: „Gestern waren die Unfallspuren am Auto noch sichtbar. Inzwischen wurde es instand gesetzt.“
  • Formuliere prägnant. Streiche alles zusammen, was langatmig und überflüssig ist. Nach dem Motto: „In der Kürze liegt die Würze.“ Der Grund für manche Weitschweifigkeit ist der Mindestumfang der Arbeit.
  • Arbeite mit anregenden Zusätzen. Dazu gehören Zitate, Fragen und Beispiele.

 

Du kannst den Text erst komplett schreiben und ihn dann „in einem Rutsch“ sprachlich überarbeiten. Alternativ kannst du das kapitelweise tun. Das hängt nicht zuletzt davon ab, wie du insgesamt bei der Arbeit vorgehst. Ein bewährtes zusätzliches Hilfsmittel: Plane die Zeit für eine letzte Korrektur durch eine weitere Person ein. Sorge dafür, dass sich ein Freund oder eine Freundin diesen Termin reserviert. Korrigiere deinen Text, wenn ihm oder ihr noch Dinge unklar sind.

Wir wünschen dir viel Erfolg bei deiner Arbeit.