Debattieren kann man lernen
Sollten Schuluniformen in Deutschland Pflicht werden? Darf man das Füttern von Tauben in Städten verbieten? Das sind nur zwei Fragen, über die sich gut streiten ließe. Eine gepflegte Streitkultur kann man bereits in der Schule lernen. Das jedenfalls ist das Ziel des bundesweit ausgerichteten Schülerwettbewerbs Jugend debattiert.
So funktioniert der Wettbewerb
Es gibt zwei Stufen: Schüler von der 8. bis 10. Klasse (Stufe I) bzw. von der 11. bis 13. Klasse (Stufe II). In einer Debatte treffen sich jeweils vier Schüler zu einem Thema (jeweils zwei Pro- und Contraredner). In einer Eröffnungsrunde hat jeder Redner zwei Minuten Zeit, seine Position darzustellen. Daran schließt sich eine längere unmoderierte Debatte an, bevor jeder in einer kurzen Schlussrunde noch einmal jeder seine Argumente zusammenfassen darf. Eine Jury bewertet Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft.
Wie kannst du mitmachen?
Voraussetzung für deine Teilnahme: Deine Schule gehört bereits einem Jugend-debattiert-Regionalverbund an. Ist dies noch nicht der Fall, kann sich die Schule für eine Teilnahme ab dem kommenden Schuljahr bewerben. Zuerst gibt es eine Unterrichtseinheit, in der man das Debattieren trainiert. In manchen Schulen gibt es zusätzlich eine Arbeitsgruppe, in der du mitmachen kannst. In einem Wettbewerb werden die Sieger der Schule ermittelt. Die Besten haben die Möglichkeit, sich mit anderen in Regional- und Landeswettbewerben bis hin zum Bundesfinale zu messen. So kann man Jugendliche aus ganz Deutschland kennenlernen und neue Freundschaften knüpfen.
Das bringt dir Jugend debattiert
Wer es lernt, mit Argumenten mitzureden und zu überzeugen, profitiert zum Beispiel bei Referaten. Man hat es aber auch außerhalb der Schule einfacher. Wer debattieren kann, ist in der Lage, gegensätzliche Meinungen auszuhalten und Konflikte mit Worten zu lösen. Man lernt, beim Thema zu bleiben und eigene Argumente zu finden und die Sichtweisen anderer zu prüfen.