Bewusster shoppen

Lebensmittel werden nach Ablauf der Mindesthaltbarkeit achtlos weggeworfen, billige Kleidung wandert nach dem ersten Waschen in den Müll – das muss nicht sein. Tipps für bewussteres Einkaufen.

Jeder Deutsche wirft laut einer Studie der Universität Stuttgart pro Jahr 82 Kilo Lebensmittel in die Tonne. Zwei volle Einkaufswagen im Gesamtwert von etwa 235 Euro, die sich zum Großteil vermeiden ließen – zum Wohle des Geldbeutels und der Umwelt. Denn hinter weggeworfenen Lebensmitteln steckt viel mehr als das, was man essen kann: Für den Anbau von Gemüse braucht man wertvollen Ackerboden, die Landwirte verbrauchen Wasser und Düngemittel. Ernte, Verarbeitung und Transport zum Supermarkt kosten Energie. Auch der Abtransport des Mülls verbraucht Ressourcen. Weil in vielen Regionen der Erde Hunger herrscht, sprechen auch ethische Gründe gegen das Wegwerfen. Gegen Lebensmittel-Verschwendung hilft:

  • Vor dem Einkaufen einen Einkaufszettel machen: Was brauchst du wirklich?
  • Tragetaschen aus Stoff in den Supermarkt mitnehmen – das reduziert Plastikmüll.
  • Bevor die zu viel gekauften Tomaten vergammeln: Frag Freunde oder Mitbewohner, ob sie sie noch verwerten können.

 

Auch bei Kleidung lohnt sich bewusstes Einkaufen

Jeans für acht Euro – ein echtes Schnäppchen, aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass das neue Teil unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen und unter Einsatz vieler Chemikalien hergestellt wurde. Wer sich bei der Kleidung für das Prinzip „Weniger ist mehr“ entscheidet, tut nicht nur der Umwelt, sondern auch seiner Gesundheit einen großen Gefallen. Einen Anhaltspunkt für Textilien, die ohne Schadstoffe produziert werden, geben Zertifikate unabhängiger Organisationen wie GOTS (Global Organic Textile Standard) oder IVN (Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft e. V.).

 

Tipps rund um den Kleiderschrank

  • Mach Inventur im Kleiderschrank – dann wird dir klar, wovon du schon genug hast. Niemand braucht fünf Winterjacken!
  • Frag dich bei Schnäppchen: Will ich das jetzt nur haben, weil es billig ist?
  • Kauf weniger neue Teile, dafür aber solche mit Bio- und Fairtrade-Siegeln. Die sind deutlich teurer, stehen aber für hohe Qualität und anständige Entlohnung der produzierenden Mitarbeiter.
  • Klamotten mit kleinen Fehlern kannst du oft reparieren und so noch länger tragen.
  • Durch kleine Änderungen, zum Beispiel bunte Knöpfe oder eine Borte aus neuem Stoff, kannst du langweiligen Teilen neues Leben einhauchen.
  • Schau dich mal in Secondhandläden um – jedes Teil, das du hier kaufst, ist eines, für das keine neuen Ressourcen verbraucht wurden.