Fachwissen ohne Ausbildung soll anerkannt werden
Gute Leistung im Beruf, aber keine entsprechende Ausbildung? Das begrenzt oft die Chance auf Einstellung und Aufstieg. Damit in Zukunft stärker zählt, was jemand kann, und nicht nur das Zeugnis, startet das Bundesbildungsministerium eine Initiative.
Wie weist man nach, was man kann, wenn man keine Berufsausbildung abgeschlossen hat? Wer keinen sogenannten formalen Nachweis über seine Qualifikation besitzt, hat es beim Jobwechsel schwer. Auch wenn es um eine bessere Bezahlung geht, kann man ohne Zeugnisse oft schwer argumentieren. Immerhin verfügten im Jahr 2012 nach Berechnungen des Bundesinstituts für Berufsbildung rund zwei Millionen junge Menschen zwischen 20 und 34 Jahren über keine formale Qualifikation. Das heißt, die Betroffenen besitzen keine Zeugnisse oder Zertifikate, die nach einheitlichen Standards beurkundet worden sind. Ein großer Teil von ihnen hat sich jedoch im Laufe seiner Beschäftigung ein umfassendes Fachwissen angeeignet.
Ein neues Pilotprojekt unter dem Namen ValiKom soll helfen, solche erworbenen Fähigkeiten sichtbar zu machen. Beteiligt sind neben dem Bundesbildungsministerium der Industrie- und Handelskammertag sowie der Zentralverband des Deutschen Handwerks. Acht Leitkammern, über ganz Deutschland verteilt, kümmern sich unter anderem um die Erarbeitung von Standards und deren Erprobung in verschiedenen Berufsbereichen. Letztlich soll ValiKom dazu beitragen, die Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Schön, wenn dann bei der Bezahlung mehr herausspringt.