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Online-Bewertungen – so erkennen Sie Fakes

Welches Restaurant liefert uns heute Abend etwas Leckeres? Wo finde ich den besten Fernseher? Wer verschickt seine Waren schnell und bietet einen guten Service? Kunden verlassen sich bei ihren Kaufentscheidungen gern auf Online-Rezensionen. Doch kann man diesen trauen, und wie erkennt man gefälschte Bewertungen?

In Zeiten von Corona erlebt Online-Shopping eine neue Hochkonjunktur. Dabei verlässt sich jeder Zweite, der im Internet etwas bestellen möchte, auf Rezensionen anderer Käufer, so eine repräsentative Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Nach Schätzungen sollen jedoch rund 20 Prozent der Bewertungen in Online-Shops gefälscht sein.

Früher konnten aufmerksame Kunden betrügerische Bewertungen leicht enttarnen, da sie oft in holprigem Deutsch verfasst waren oder sich wie eine Produktbeschreibung lasen. Das ist heute in der Regel nicht mehr der Fall – die gefälschten Rezensionen sind professioneller geworden.

Fake-Bewertungen sind verboten

Fakt ist: Falsche Bewertungen – ob positive oder negative – verstoßen gegen das Wettbewerbsrecht. Das Problem dabei: Bisher kann das Kartellamt hier nicht eingreifen, da die Rechtsgrundlage fehlt. Verbraucherschützer fordern seit Langem, dass Fake-Bewertungen strafrechtlich verboten und verfolgt werden. Nun möchte das Verbraucherschutzministerium das Wettbewerbsrecht verschärfen und die Online-Portale dazu bringen, stärker gegen die Fakes vorzugehen. Bis dahin sollten Kunden Bewertungen kritisch hinterfragen.

Übrigens: Nicht nur positive, auch negative Bewertungen können Fakes sein. Sie stammen zumeist von Konkurrenten, die ein Produkt oder eine Dienstleistung in schlechtes Licht rücken möchten.

Vorsicht bei Lobeshymnen

Sechs Signale, die darauf hinweisen, dass eine Bewertung gefakt sein könnte:

  • Das Produkt ist ganz neu auf dem Markt, verfügt aber bereits über zahlreiche, meist positive, Bewertungen.
  • Das Produkt wurde eine Zeit lang negativ bewertet, kurz darauf folgen viele positive Urteile.
  • Eine Rezension ist sehr ausführlich und detailreich und bezieht sich besonders auf die technischen Merkmale des Produkts.
  • Eine Bewertung klingt wie aus dem Baukasten und der Produktname wird vollständig genannt, auch wenn er sperrig ist.
  • Die Formulierungen lesen sich fast wie eine Lobeshymne oder es werden Begriffe verwendet, die sehr werblich klingen.
  • Ein Nutzer verfasst zahlreiche positive Rezensionen mit dem gleichen Benutzerkonto. Wenn dort etwa mehrere Backöfen bewertet werden, sollte man hellhörig werden, da ein Kunde in kurzer Zeit kaum mehrere solcher Geräte kauft.

Unabhängige Tests bevorzugen

Verbraucher sollten sich vor dem Kauf beispielsweise bei Stiftung Warentest informieren oder, falls dies nicht möglich ist, Rezensionen auf mehreren Plattformen anschauen und miteinander vergleichen, sei es für Waren, Dienstleistungen, Flüge oder Hotels. Übrigens: Am häufigsten sind gefälschte Rezensionen unter den 5-Sterne-Bewertungen zu finden, weil die meisten Onlinehändler 5-Sterne-Bewertungen in Auftrag geben, um schneller im Ranking zu steigen. Lesen Sie sich also lieber auch die 2-, 3- oder 4-Sterne-Beurteilungen aufmerksam durch.

Wer etwas bei Amazon kaufen möchte, kann die Bewertungen auf Echtheit bei Reviewmeta.com prüfen lassen. Dazu wird der Produktlink auf der Website in die dort erscheinende Suchleiste eingefügt. Per Algorithmus checkt Review Meta die Rezensionen auf Fälschungsmerkmale – allerdings ohne Garantie, alle gefakten Bewertungen zu erkennen.