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Was Slow Finance mit nachhaltiger Geldanlage zu tun hat

Nachhaltige Geldanlage steht bei jüngeren Menschen hoch im Kurs. Das ist eines der Ergebnisse der diesjährigen Junge-Leute-Studie. Ein anderes: Sicherheit bei der Geldanlage spielt nach wie vor eine große Rolle. Beides schließt sich nicht zwingend gegenseitig aus. Aber nicht alles, was man unter „Slow Finance“ auflisten könnte, ist ohne Risiko.

Ganz neu ist der Begriff Slow Finance nicht: 2011 gab es bereits ein Buch mit diesem Titel. Der Autor forderte, weniger in Boom-Märkte, stattdessen mehr regional zu investieren. Langfristig gesehen sichere das Arbeitsplätze und so den Wohlstand. Es geht bei Slow Finance auch um eine Entschleunigung des Finanzsystems, weg von schnellen Profiten. Das Ziel: Längere Laufzeiten bei Geldanlagen und eine positive Wirkung für Mensch und Umwelt. In Anlehnung an die Slow Food Bewegung lässt sich diese Forderung ungefähr übersetzen in: Ökologische Geldanlage in Projekte in der Nähe bringt kurzfristig gesehen zwar vielleicht geringere Renditen, zahlt sich jedoch über die Zeit aus.

Aber: Wachstum oder Beschleunigung sind nicht per se schlecht: Eine wachsende Wirtschaft ist für Schwellen- und Entwicklungsländer wichtig – je eher, desto besser. Ein Investment in entsprechende Fonds wäre also nicht regional oder lokal, könnte aber unter Nachhaltigkeitsaspekten trotzdem sinnvoll sein. Trotzdem solltest du dich, bevor du dich für eine solche Anlage entscheidest, mit ihrem Risiko auseinandersetzen. Denn nur weil ein Investment nachhaltig ist, heißt es nicht, dass es auch sicher ist. Das zeigt sich beispielsweise an einer Investition in Wald.

Nicht jede nachhaltige Geldanlage ist sicher

Zwar investiert, wer aufforstet, zumindest teilweise in den Klimaschutz. Sein Geld plus eine Rendite gibt es nach mehreren Jahren Laufzeit aber nur zurück, wenn der Wald wie geplant gewachsen ist. Borkenkäfer, Trockenheit, Sturm oder Feuer sind Gefahren, die einen Wald schnell zerstören – und das angelegte Geld gleich mit. Die Verbraucherzentrale Bremen hat die Risiken von dieser Anlageform und anderer Umweltinvestments zusammengefasst.

Andererseits gibt es ETFs und Fonds, die als nachhaltig gelten – und Rendite bringen. Stiftung Warentest hat sich angeschaut, wie grün die Angebote wirklich sind und welche Fonds und ETFs gleichzeitig das Portfolio bereichern. Wenn du dich für diese Anlageformen interessierst, kannst du deinen Sparkassenberater ansprechen. Er hilft dir gerne weiter.

Was bedeutet Nachhaltigkeit für dich?

Was die Diskussion um Slow Finance oder nachhaltige Geldanlage noch schwieriger macht, ist, dass es keine einheitliche Definition des Begriffes gibt. Manche Anleger halten es für nachhaltig, wenn in einem Fonds oder ETF keine Firmen enthalten sind, die Öl fördern. Für andere ist Voraussetzung, dass nur Firmen enthalten sind, die Wind- oder Solarenergie vorantreiben. Wer sich ausführlich mit dem Thema beschäftigt, wird darum bald auf die Anlageansätze von Positiv- oder Negativkriterien, Best in Class oder Engagement stoßen.

Welche Anlageansätze die nachhaltige Geldanlage prägen

  • Positivkriterien: Der Anleger legt fest, in welche Unternehmen und Branchen er investieren will. Das sind häufig die, die sich sozial engagieren oder klimafreundliche Produkte herstellen.
  • Negativkriterien: Der Investor schließt Unternehmen und Branchen aus, die er nicht fördern will. Das sind oft Firmen aus der Rüstungsindustrie oder die, die Kinderarbeit erlauben.
  • Best in Class: Hier investiert man in die Unternehmen, die in ihrer Branche führend beim Thema Nachhaltigkeit sind.
  • Engagement: Dabei wählt man die Banken oder Fondsgesellschaften, die sich aktiv einbringen und beispielsweise ihr Stimmrecht als Aktionär nutzen, um die Unternehmenspolitik zu verändern.

Mehr dazu gibt es zum Beispiel auf der Internetseite der Verbraucherzentrale NRW.

Fazit: Bevor du dich für eine nachhaltige Geldanlageform entscheidest, solltest du dich selbst informieren oder beraten lassen. Denn das Thema ist vielschichtiger, als es auf den ersten Blick scheint.